Rhododendron-Knospenbräune

Der Rhododendron gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und zählt zu den schönsten und imposantesten Blütengehölzen in unseren Gärten. Aus über 1000 Arten kann man sich den passenden Strauch für den eigenen Garten aussuchen. Von April bis Mai öffnen sich seine prächtigen Blütendolden und schmücken mit überwältigender Fülle jeden noch so kleinen Garten.

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Doch auch der robuste Rhododendron braucht die passende Pflege. Neben regelmäßigen Düngergaben, ist auf den Befall von Schädlingen zu achten.

Bereits im Herbst können sich Blütenknospen, die eigentlich im nächsten Frühjahr aufgehen sollen, braun verfärben. Die Knospen werden trocken, außen bilden sich feine Härchen, die Pilzsporen. Sie können in diesem mumifizierten Zustand oft mehrere Jahre am Strauch verbleiben und so für "Nachschub" an Sporen sorgen. Sollte man solche Veränderungen an seinem Strauch bemerken, ist der Rhododendron von der Knospenbräune, einem Pilz, befallen. Die Sporen dieses Pilzes werden von einem kleinen, bunten Insekt, der Rhododendronzikade, übertragen. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde um 1930 in Mitteleuropa eingeschleppt. Eigentlich ist dieses saugende Insekt ungefährlich für den Strauch an sich, sie hat es eher auch die Knospen abgesehen. Sobald es die Blütenknospe ansticht und seine Eier darin ablegt, verschafft es durch diese "Eintrittsöffnung" auch den Pilzsporen die Möglichkeit, einzudringen. Der Pilz findet innerhalb der Knospe gute Wachstumsbedingungen, breitet sich  aus und bildet neue Sporenträger, die, sobald das Mycel die Knospe durchdrungen hat, aussen auf ihr als "haarig" anmutender Bewuchs erscheinen. Diese Sporen werden durch den Wind aber auch durch die Zikaden, an denen sie haften, weiterverbreitet. Zusätzlich frisst auch noch die Larve der Zikade die Knospe von innen an.

Bei einem massiven Befall kann die neue Blüte des Rhododendrons komplett vernichtet werden.

Will man die Blüten seines Rhododendron gesunderhalten, muss die Zikade (Überträger) bekämpft werden, denn gegen den Pilz an sich gibt es kein wirksames Fungizid, zudem werden gesunde, unversehrte Knospen auch sehr selten befallen. Wichtig ist als erstes, die braunen befallenen Knospen und auch die verblühten Blüten vom Strauch zu entfernen. Die verpilzten Knospen werden am besten verbrannt oder im Hausmüll entsorgt. Damit wird verhindert, dass sich die Pilzsporen weiterverbreiten.

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Im Frühjahr schlüpfen die gelblichen Zikadenlarven. Da es zu dieser Jahreszeit morgens noch relativ kühl ist, sind die Tiere unbeweglich und können durch eine Spritzung in den Morgenstunden gut erreicht und dadurch an ihrer Weiterentwicklung gehindert werden. Eine zweite Spritzung im Spätsommer unterbindet die Eiablage der erwachsenen Tiere. Bei der Wahl des Spritzmittel wird es etwas schwierig, da die wirklich effektiven Mittel als bienengefährlich eingestuft sind und somit während der Blüte, zu Tageszeiten des Bienenfluges, nicht benutzt werden dürfen. man sollte sich hier strikt an die Anweisungen auf dem Beipackzettel halten. Es stehen jedoch auch organische Mittel mit Pyrethrum (z. B. in Spruzit), Kali-Seife (Neudosan) oder Ölpräparate zur Verfügung. Sie wirken nicht so radikal wie chemische Mittel und müssen daher öfter angewendet werden.

Bei leichtem bis mittlerem Befall können Spritzmittel auch durch den Einsatz von Gelbtafeln vermieden werden. Diese Tafeln sind mit einer Art Leim versehen, an dem die Insekten kleben bleiben. Eine Eiablage findet nicht mehr statt und die Folgegeneration bleibt aus. Mit etwas Geduld wird der Strauch auch so nach einiger Zeit zikadenfrei. 

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